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Bäuerliche Direktvermarktung boomt

Bauernbund-Präsident DI Georg Strasser rät, die Absatzwege an das durch Corona veränderte Konsumverhalten anzupassen.

18.03.2020
Corona

Trotz Hamsterkäufen gibt es derzeit noch keinen Anlass, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln in Frage zu stellen. In den vergangenen Tagen haben sich aber die Absatzwege in der Lebensmittelproduktion verändert. „Unsere Bauernfamilien können die Versorgung mit heimischen Erzeugnissen weitgehend sicherstellen. Wir sehen, dass die Nachfrage in der Direktvermarktung oder Bestellungen über Onlineplattformen, die regionale Lebensmittel anbieten, größer wird. Zudem wird es notwendig sein, auch in der Primärproduktion den Fokus auf die Nachfrage und die damit verbundenen Absatzchancen zu richten”, sagt Bauernbund-Präsident DI Georg Strasser über neue Wege der Vermarktung in der heimischen Landwirtschaft. Durch den kurzfristigen Wegfall der Abnehmer in der Gastronomie und die Steigerung der Nachfrage in den Supermärkten, bei Direktvermarktern und über Lieferservices müssen sich auch Bäuerinnen und Bauern kurzfristig an Veränderungen anpassen. „Ich bin froh, dass die Grundlagen dafür seitens der Bundesregierung bereits geschaffen wurden. Neue Herausforderungen gilt es jetzt genau zu analysieren und gute Lösungen für die nächsten Tage, Wochen und Monate zu finden”, so Strasser.  

Corona verändert Konsumgewohnheiten

Neben dem Kauf im Supermarkt gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, regionale Produkte zu beschaffen. Etwa über eine Abholung am Hof oder Zustelldienste. Die neu eingerichtete Website Frisch zu mir ist nur eine von vielen Anlaufstellen für regionale und österreichweite Zustellungen von Lebensmitteln aus bäuerlicher Herstellung. Die Direktvermarktung ist jetzt gefragter denn je, macht aber dennoch nur einen sehr kleinen Teil aus. Der Großteil der Nahrungsmittel gelangt nach wie vor über den Handel zum Konsumenten. Die Primärproduktion sollte dabei nicht aus den Augen gelassen werden. „Auch dort müssen wir die veränderten Konsumgewohnheiten mitdenken. Jetzt gilt es, die Produktionsmengen nachfrageorientiert anzupassen, um die Veränderungen auf den Agrarmärkten zu berücksichtigen. Nur gemeinsam mit den Partnern in der Verarbeitung und dem Handel wird es möglich sein, diese Ausnahmesituation zu meistern. Nicht zuletzt spielt auch der Konsument eine große Rolle. Mit seiner Kaufentscheidung kann er die heimische Landwirtschaft unterstützen", so Strasser abschließend.

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