Schweinemarkt KW 44: MIt Blick Richtung Weihnachten

Aktueller Marktbericht von Dr. Johann Schlederer vom 22.10.2020

26.10.2020
Schlachtschweine

EU-Schweinemarkt: Lage in Deutschland verunsichert anhaltend
Die Situation bei deutschen Schweinehaltern entwickelt sich zunehmend vom Dilemma zum Desaster. Mit Ende Oktober zählt der Überhang ca. 700.000 Schlachtschweine, wodurch das durchschnittliche Schlachtgewicht bereits Rekordwerte um die 100 kg erreicht. Folglich vermehren sich Panikverkäufe am Lebendmarkt, wobei der Preis zunehmend zur Nebensache wird. Seitens der Politik wurden nun auch Samstags- und Sonntagsschlachtungen genehmigt, wodurch Schlimmeres verhindert werden soll. Die offizielle Notierung bleibt unverändert, da der BRD-Fleischmarkt wegen fehlender Schlachtkapazität nicht überversorgt wird und solide läuft. Auch in den übrigen EU-Ländern können sich die Notierungen gut behaupten. Wenn Corona im Personalbereich der Schlachtunternehmen keine größeren Probleme bereitet, sollte das auch in nächster Zukunft so bleiben.

In Österreich kann die Schlachtbranche das aktuelle Angebot gut aufnehmen. Die Nachfrage der Verarbeitung die bereits mit Blick Richtung Weihnachten emsig produziert sowie Asienexporte sorgen für flotten Warenstrom entlang der gesamten Kette. Herkunftskennzeichnung und Lokalpatriotismus zeigen zurzeit Wirkung. Damit haben es deutsche Mitbewerber selbst mit rekordverdächtigen Dumpingangeboten nicht leicht, zusätzliche Mengen in Österreich abzusetzen. Vor diesem Hintergrund konnte trotz fehlendem Schlachttag am 26. Oktober der Preis an der Ö-Börse abermals auf unverändertem Niveau fixiert werden.

Schweinemarkt KW 44

  Notierungspreis Berechnungsbasis
Mastschweine € 1,50 (+/- 0,00) € 1,40
Zuchten € 1,18 (+/- 0,00) € 1,08

Ferkelmarkt:
Preis KW 43: EUR 2,10
Durchschnittliche Preisdifferenz zum bayerischen Ringferkel pro Stück: ca. EUR 22,95

Wir empfehlen folgende Artikel zum Weiterlesen

Mehr aus der Rubrik Schweinebörse