Schweinemarkt KW 38: Große Verunsicherung

Schweinemarkt KW 38: Erster Wildschweine ASP Fall in Deutschland verunsichert gesamte Branche

14.09.2020
Schweinemarkt
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EU-Schweinemarkt: Erster Wildschweine ASP Fall in Deutschland verunsichert gesamte Branche

Die zum zehnten Mal unverändert gehaltene deutsche Notierung am Mittwoch der abgelaufenen Woche tritt in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen um den ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen in Deutschland in den Hintergrund des Geschehens. Denn am Donnerstag kam die Bestätigung, dass das im Bundesland Brandenburg, wenige Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, tot aufgefundenes Wildschwein mit dem ASP-Virus infiziert war. Trotz bisherigem Bewusstsein: „Es ist nicht eine Frage ob, sondern nur wann …!“, löst der Fall nun doch eine Schockwirkung für die gesamte Branche aus. Da jetzt Deutschland vermutlich für den gesamten Drittlandexport für längere Zeit gesperrt sein wird, ist auch mit erheblichen Konsequenzen für den Binnenmarkt zu rechnen. Während wichtige Absatzmärkte Richtung Asien wegbrechen, kann die Vermarktung am Binnenmarkt, mit Ausnahme des betroffenen Bezirkes, weiterhin ungehindert vonstattengehen und wird entsprechenden Mengendruck ausüben. Circa jedes sechste Schwein Deutschlands muss im Ausland abgesetzt werden. Inwieweit es von deutscher Seite gelingen wird, die chinesischen Behörden in Anbetracht der dringlichen Importe Chinas doch noch zum Akzeptieren der Regionalisierung zu bewegen und damit doch den restlichen Teil Deutschlands für den Chinaexport offen zu halten, bleibt abzuwarten.

In Österreich zeigte der Schweinemarkt bis zum Bekanntwerden der deutschen Entwicklungen ausgewogene Verhältnisse. Schlachtgewicht und angebotene Stückzahlen tendieren dem üblichen Saisonverlauf entsprechend leicht aufwärts. Positiv bleibt anzumerken, dass die Chinaexporteure von zufriedenstellenden Geschäftsabschlüssen sprechen, was auch im Hinblick auf die deutschen Entwicklungen der heimischen Marktlage guttun dürfte. Auch an der Ö-Börse, die ebenfalls einen Tag vor Bekanntwerden der deutschen ASP-Problematik stattfand, wurde der Preis für die kommende Woche auf unverändertem Niveau festgelegt.

Aktueller Marktbericht von Dr. Johann Schlederer vom 10.9.2020

  Notierungspreis Berechnungsbasis
Mastschweine € 1,58 (+/-0,00)
€ 1,48
Zuchten
€ 1,23 (+/-0,00)
€ 1,13

Ferkelmarkt: Preis KW 37: EUR 2,35
Durchschnittliche Preisdifferenz zum bayerischen Ringferkel pro Stück: ca. EUR 16,70

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