Schweinemarkt KW 17/20: Unterdurchschnittliches Angebot

EU-Schweinemarkt: Unterdurchschnittliches Angebot gleicht sich der mäßigen Nachfrage an und sorgt für Stabilisierung der Preise am Lebendmarkt

20.04.2020
Schweinemarkt

Der Eierkonsum und der fehlende Schlachttag führen alljährlich vor und nach Ostern zu Störungen des üblichen Warenstromes. Am Lebendmarkt entstehen Überhänge, der Fleischmarkt tendiert Richtung Flaute. Neben den seit Wochen bekannten negativen Corona-Einflüssen ergeben sich also heuer insgesamt herausfordernde Verhältnisse. Trotzdem fußt der Schweinemarkt auf relativ stabilen Beinen, da die fundamentalen Marktdaten, insbesondere die für heuer erwartete globale Schweinefleischversorgungsbilanz, zuversichtliche Perspektiven erwarten lassen. Am stärksten mit Preisdruck zu kämpfen haben zurzeit Belgien, wegen der ASP-bedingten Exportverbote sowie Italien, wegen der fast zum Erliegen gekommenen fleischwirtschaftlichen Aktivitäten. In Deutschland konnte sich die Erzeugerseite mit Blick auf das schwächelnde Angebot an Schweinen und die grillfreundliche Wetterlage gegen den Druck der Abnehmerseite mit einer Preisstabilisierung durchsetzen.

In Österreich kam es durch den Wegfall des montäglichen Schlachttages, der üblicherweise der stärkste der Woche ist, zu einer Schlachtverzögerung bei ca. 10 % der schlachtreifen Schweine. Bei flottem Marktgeschehen kompensiert die Abnehmerseite den Ausfall eines Schlachttages unmittelbar danach durch Überstundenleistung. Dazu fehlen aber derzeit die entsprechenden Impulse, der Absatz nach Italien bzw. Richtung Außer-Haus-Verzehr hinterlassen hier ihre negativen Spuren. Preisstabilisierende Lichtblicke sind aber der mengenmäßig zufriedenstellende Chinaexport sowie das frühsommerliche Wetter, das den Absatz von Grillfleischartikeln weiter belebt. Der Hauptfaktor für die Stabilhaltung des Preisniveaus ist allerdings auch in Österreich das mäßig nachdrängende Angebot an Schlachtschweinen. Demzufolge konnte auch an der Ö-Börse auf unverändertem Vorwochenniveau abgeschlossen werden.

Aktueller Marktbericht von Dr. Johann Schlederer vom 15.4.2020

  Notierungspreis Berechnungsbasis
Mastschweine € 1,82 (+/-0,00) € 1,72
Zuchten € 1,62 (+/-0,00) € 1,52

Ferkelmarkt:
Preis KW 16: EUR 3,35
Durchschnittliche Preisdifferenz zum bayerischen Ringferkel pro Stück: ca. EUR 4,20

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