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Walter Lederhilger, Obmann des Verbandes Österreichischer Schweinebauern plädiert für Vollspaltenböden.

ASP

Österreichische Schweinebörse stabilisiert Marktlage

Afrikanische Schweinepest: Österreichische Schweinebörse stabilisiert Marktlage

29.09.2020
Schweinemarkt

Nach dem Fund eines mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweinkadavers nahe der polnischen Grenze in Brandenburg, Deutschland, verbuchte der deutsche Schweinemarkt letzte Woche einen historischen Preiseinbruch um 20 Cent pro kg Schlachtgewicht. Diese Entwicklung führte zu einer großen Verunsicherung unter den österreichischen Schweineproduzenten. Es wurde aufgrund der engen Verknüpfung mit dem deutschen Markt ein ähnlicher Preiseinbruch auch hierzulande befürchtet. Der österreichischen Schweinebörse ist es jedoch gelungen, einen drastischen Preisverfall wie in Deutschland abzuwenden.

In Deutschland, dem größten Schweineproduzenten der EU, sind jedes sechste Schwein sowie die Schlachtnebenprodukte von jedem zweiten Schwein für den Export innerhalb der EU und in Drittstaaten bestimmt. Als Reaktion auf die bestätigte ASP-Infektion wurde die BRD für den Export von Schweinefleisch von den großen Abnehmern in Asien gesperrt. Durch den Wegfall dieses Exportventils übt die deutsche Überproduktion nun Druck auf den EU-Binnenmarkt aus.

VÖS-Schweinebörse entschärft ASP-Krise

Die drei großen im Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS) organisierten Erzeugergemeinschaften Österreichs - Gut Streitdorf, Styriabrid und VLV - sind seit EU-Beitritt in der Ö-Börse organisiert. Im Rahmen dieser Börse werden wöchentliche Preisverhandlungen mit den führenden heimischen Schlachtunternehmen, die auch im internationalen Wettbewerb agieren, geführt.

„Die über Jahrzehnte aufgebaute ausgezeichnete Gesprächsbasis zwischen Produktion, Schlacht- und Verarbeitungsbranche sowie Lebensmitteleinzelhandel ist eine österreichische Besonderheit und insbesondere in derart kritischen Phasen hilfreich. So ist es uns gelungen, einen drastischen Preisverfall von 20 Cent wie in Deutschland abzuwenden. Die in Österreich am Mittwoch beschlossenen -8 Cent/kg sind zwar ebenfalls bedauerlich für die Erzeuger, aber in Relation zum internationalen Geschehen müssen wir das als Erfolg bewerten", berichtet der Geschäftsführer der Ö-Börse, Johann Schlederer.

Vielfältige Maßnahmen für Stabilität

Damit wird einmal mehr unter Beweis gestellt, wie wichtig ein konzentrierter Marktauftritt der österreichischen Schweinebäuerinnen und -bauern ist, besonders in so einer heiklen Phase. Der VÖS will weiterhin um das Verständnis der Fleischbranche kämpfen, um das Preisniveau bestmöglich zu stabilisieren. Es ist nämlich zu erwarten, dass Deutschland für mindestens ein Jahr für den Export in relevante Drittländer gesperrt bleiben wird. Gemeinsam mit den österreichischen Veterinärbehörden wird an einer erweiterten Exportlizenz gearbeitet, die den Absatz von Innereien und Schlachtnebenprodukten heimischer Herkunft nach China rasch ermöglichen würde. Dies wäre ein wertvoller Beitrag zur Stabilisierung des Schweinepreises in Österreich. „Als VÖS beobachten wir laufend, wie sich das Schadensausmaß für die heimischen Schweineproduzenten entwickelt. Wir werden uns für Kompensation für die geschädigte Schweinebranche seitens der Politik auf EU- und nationaler Ebene einsetzen", so Schlederer.

„Als oberste Priorität gilt jetzt allerdings, die ASP-Freiheit Österreichs weiterhin zu erhalten. Effektive Maßnahmen zur Verbesserung der Biosicherheit auf Österreichs Betrieben werden weiterhin umgesetzt. Auch in den Bereichen Jagd, Tourismus und Saisonarbeit müssen alle notwendigen Maßnahmen gesetzt werden, um ein Einschleppen des ASP-Virus nach Österreich auch weiterhin erfolgreich zu verhindern. Darüber hinaus können alle Konsumenten das Fortbestehen unserer Schweinebetriebe unterstützen, indem sie sich an der Fleischtheke für österreichische Produkte entscheiden", so Schlederer. 

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