Agrarpreise Österreich - Entwicklung ausgesuchter Produkte

Alle Informationen zur Preisentwicklung im September 2019.

18.11.2019
Agrarmarkt

Erzeugermilchpreis leicht über dem Vormonat

Der österreichische Erzeugermilchpreis (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe) für September 2019 belief sich auf 35,97 Cent je Kilogramm. Die heimischen Landwirte erhielten um 0,52 ct/kg mehr für die angelieferte Rohmilch als im vorangegangen Monat. Die Milchpreise im September über die letzten fünf Jahre betrachtet variierten stark; im September 2017 wurde dabei der höchste Auszahlungspreis mit 40,00 ct/kg notiert. Den Erzeugermilchpreis für Oktober 2019 schätzt die AMA auf 36,40 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe); wiederum sind die steigenden Inhaltsstoffe hauptverantwortlich für den prognostizierten Preisanstieg. Der durchschnittliche EU-Erzeugermilchpreis für August 2019 beträgt 33,63 ct/kg und liegt somit um 0,11 ct/kg über dem Vormonat. Die Europäische Kommission geht von einer minimalen Erhöhung des durchschnittlichen EU-Erzeugermilchpreis für September 2019 aus und schätzt diesen auf 33,78 ct/kg.

Jungstiere stärker nachgefragt

Der Jungstiermarkt kam im September so richtig in Schwung. Bei einem leicht rückläufigen Angebot zog die Nachfrage spürbar an. Vor allem Jungstiere aus Qualitätsprogrammen wurden lebhaft nachgefragt. Nach den Sommerferien stieg das Interesse der Konsumenten an Rindfleisch, das zeigte der verbesserte Absatz über den Lebensmitteleinzelhandel. Der durchschnittliche Auszahlungspreis der Schlachthöfe für Jungstiere (E-P) legte um 11 Cent je kg zu. Mit EUR 3,75 je kg lag er 1,8 % unter dem Vergleichswert vom September 2018. Im Oktober ging der Preisauftrieb weiter.

Schweinepreis hält hohes Niveau

Das Angebot an schlachtreifen Schweinen nahm der Jahreszeit entsprechend im September leicht zu, erreichte aber nicht die Vorjahresmengen. Deshalb und wegen der guten Nachfrage blieb die für den Herbst typische Schwächephase aus. Marktbestimmend waren weiterhin die umfangreichen Exporte von europäischem Schweinefleisch nach Asien, insbesondere China. Auf dem heimischen Fleischmarkt stand Verarbeitungsware im Mittelpunkt des Interesses, die Erlöse für Edelteile blieben unter den Erwartungen. Schlachtschweine erzielten einen Durchschnittspreis (S-P) von EUR 1,94 je kg, um 1 Cent mehr als im August. Im Jahresabstand ergab das einen Anstieg um 23,6 %. Die Stabilität blieb auch im Oktober erhalten.

Stagnation der Weizenpreise

Die Nassmaisernte läuft im Frühdruschgebiet seit Mitte September und seit Anfang Oktober kamen auch die ersten Trockenmaispartien auf den Markt. Die Erträge bewegen sich zwischen 9 und 12 t/ha bei – wie im Vorjahr – sehr geringer Mykotoxinbelastung. Der Preis für Futtermais an der Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien sank demnach von 149 EUR/t Ende Juli auf 144 EUR/t Ende September. Futtergerste bleibt mit 139 EUR/t Anfang Oktober seit Beginn dieses Wirtschaftsjahres noch billiger als Mais, was deren Anteil in der Fütterung und den Mischfutterwerken ändern könnte, nachdem im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr der Gerstenanteil zu Gunsten von mehr Mais reduziert wurde. Die Kurse für Premiumweizen konnten im Laufe des Septembers leicht (+3 EUR/t) zulegen und erreichten Anfang Oktober 179 bis 189 EUR/t. Qualitätsweizen entwickelte sich ähnlich und lag zuletzt bei 170 bis 177 EUR/t. Mahlweizen liegt entsprechend des gesteigerten Angebotes deutlich darunter und hat somit auch zum alten Wirtschaftsjahr mehr an Niveau verloren als die beiden hochproteinigen Weizennotierungen. Hartweizen konnte im September weiter auf sein Zweijahreshoch zulegen, liegt jedoch mit 216 bis 230 EUR/t deutlich unter dem bisherigen Kursrekord mit 402 EUR/t aus November 2014.

Herbstzeit bringt Schwung in den Eiermarkt

Der Schulbeginn und die wieder gut gefüllten Kühlschränke sorgen für Bewegung am heimischen Eiermarkt. Die steigende Nachfrage kann sehr gut mit heimischer Ware gedeckt werden, lediglich Frischeier in XL sind schwerer zu finden, da vorwiegend junge Herden im Einsatz sind. Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M sank im September gegenüber dem Vormonat um 2 Cent auf 11,18 Euro je 100 Stück. Im Vergleich zu August 2018 ergab das einen Preisrückgang von 0,2 %.

Rodung heimischer Erdäpfel weit fortgeschritten

Den günstigen Wetterbedingungen sei Dank, kamen die Rodearbeiten im September gut voran. Die Hektarerträge zeigten sich dabei, auch kleinregional, überaus heterogen. Von unter 20 t/ha bis über 30 t/ha reicht die Skala. Die Knollen sind vielerorts kleinfallend aber in sehr guten Zustand. Qualitativ gibt es heuer deutlich weniger Beanstandungen, wenngleich Drahtwurm, Stolbur und Mäusefraß nach wie vor Thema sind. Der heimische Kartoffelmarkt zeigte sich ausgeglichen und durchaus aufnahmefähig. Die Andienung an die Händler und Verarbeiter lief dabei stetig. Verkaufsfördernde Maßnahmen und Aktionen des LEH setzten zusätzlich Impulse. Die häufigsten Erzeugerpreise in Niederösterreich für festkochende Sorten tendierten im September gut über Vorjahresniveau bei 25,00 bis 30,00 EUR/dt.

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