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„Wir bemerken schon einen Anstieg im Fleischverkauf!"

Thomas Rzepa, Geschäftsführer der Fleischerei in Schrems, berichtet aus seinem Alltag während der Corona-Krise.

27.03.2020
Corona

Die Fleischerei Rzepa, die seit 1824 besteht, wurde erst vor etwas mehr als einem Jahr von Thomas Rzepa als neuer Geschäftsführer übernommen. Nach einigen Investitionen („Wir haben alles auf den letzten Hygienestand gebracht, neue Kühlungen, eine warme Theke und ein regionales Eck eingeführt")  hat sich der junge Fleischermeister auf das tägliche Geschäft des Schremser Unternehmen und seine Kunden konzentriert.

Heute steht er vor der vielleicht größten Herausforderung der fast 200-jährigen Firmengeschichte. Fleisch & Co sprach mit Thomas Rzepa, der übrigens in siebenter Generation die Fleischerei führt, über derzeitigen Stand der Dinge.  

Die Mitarbeiter sind motiviert

Obwohl dem Unternehmen zwei Standbeine - die Gastronomie und das Jausengeschäft der Bauarbeiter – größtenteils weggebrochen sind, geht dem gesamten Team die Arbeitslaune noch nicht verloren. „Die Mitarbeiter", so ist Thomas Rzepa erleichtert, „sind alle nach wie vor voll motiviert und arbeiten wie bisher. Sie gehen abwechselnd wochenweise auf Urlaub – all das ohne großartige Beschwerde." 

Doch die Einbußen hat Rzepa bereits ein wenig kompensieren können. Der Unternehmer erzählt: „Da jetzt ja viele Konsumenten daheim sind, kochen sie auch mehr. Das kommt uns schon zugute. Da muss ich mich aber auch bei meinen treuen Kunden bedanken, die wirklich viel bei uns einkaufen kommen." Doch er hat auch ein paar Corona-Neuerungen installiert: „Wir bieten jetzt auch vermehrt Convenience- und Halbfertig-Produkte an, wie zum Beispiel fertig mariniertes Geschnetzeltes mit Gemüse oder verschiedene Rouladen - das wird alles wirklich sehr gut angenommen”, freut sich Thomas Rzepa. Umso freut es den Chef, dass dadurch Kurzarbeit kein Thema in seinem Betrieb ist: „Und ich bin zuversichtlich, dass wir das auch in Zukunft nicht benötigen werden!" 

Die Corona-Krise ist für Thomas Rzepa aber auch die Chance für Nahversorger. „Jetzt, wo viele größere Fleischfabriken und Schlachthöfe, die größtenteils auf ausländische Arbeiter gesetzt haben, große Probleme haben - können wir Nahversorger zeigen, dass es auch anders geht. Mit eigener Schlachtung und Verarbeitung und ausschließlich österreichischen Mitarbeitern werden wir wieder vermehrt in den Fokus der Versorgung und - und vielleicht dann auch in die Köpfe der Kunden wieder mehr präsent sein!" Dieser Aspekt zeigt sich auch schon bei der Fleischerei Rzepa berichtet Thomas Rzepa erfreut: „Wir merken zumindest schon einen Anstieg an verkauften Fleisch im Einzelhandel!"

Und abschließend bittet uns Thomas noch seinen Dank zu übermitteln: „Wir können mit eigener Schlachtung unabhängig agieren – und da möchte ich mich auch bei allen Bauern bedanken, von denen wir Schweine, Rinder und Lämmer beziehen, dass es zu keinen Lieferproblemen bzw. Engpässen gekommen ist."

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