Es braucht endlich mehr Transparenz am Lebensmittelmarkt

29.09.2020
Herkunftskennzeichnung

Die Vorzüge der heimischen Landwirtschaft auch in der Bundeshauptstadt zu präsentieren, ist eines der Ziele, die sich die Österreichische Jungbauernschaft gesetzt hat. Mit der Food-Truck-Tour durch Wien unter dem Motto "Schau auf regionale Qualität" anstelle des traditionellen Erntedankfestes informieren sie die Städter noch bis 25. September über die Wichtigkeit der Selbstversorgung mit heimischen Lebensmitteln. Gestern besuchten auch die Jungbauern-Abgeordneten zum Nationalrat Carina Reiter und Klaus Lindinger, frisch gewählter Jungbauern-Obmann-Stellvertreter, gemeinsam mit Obmann Franz Xaver Broidl den Stand am Wiener Heldenplatz. 

„Gerade in diesem Jahr haben wir gesehen, wie bedeutend die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln für uns alle ist. Umso wichtiger ist es, dass es nun rasch zur Umsetzung der im Regierungsprogramm verankerten Einführung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln und in der Gemeinschaftsgastronomie kommt", appellierten sie an das Gesundheitsministerium, „hier endlich aktiv zu werden". 

Reiter: Für echte Wahlfreiheit

„Nach wie vor haben Konsumentinnen und Konsumenten keine echte Wahlfreiheit, wenn es um das Erkennen von heimischen Qualitätsprodukten geht", kritisierte Reiter. Während bei Frischfleisch, Eiern, Obst und Gemüse sowie Bio-Produkten bereits eine verpflichtende Angabe zur Herkunft besteht, ist diese bei verarbeiteten Lebensmitteln, in Gemeinschaftsküchen sowie in der Gastronomie noch immer nicht umgesetzt. "Es muss hier ein Umdenken geben, die Menschen brauchen Klarheit", so Reiter. 

Lindinger: Heimische Produkte schaffen unglaublichen Mehrwert

„Regionalität darf nicht länger ein Schlagwort sein, um mit unseren bäuerlichen Produkten gezielt Werbung zu machen. Es muss endlich dafür gesorgt sein, dass unsere heimischen Lebensmittel auch bewusst gekauft werden können", betonte Lindinger. In einer kürzlich veröffentlichen WIFO-Studie wurde errechnet, dass mit der Erhöhung des Kaufs heimischer Produkte um lediglich einen Prozentpunkt 3.100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. "So sichern wir die lokalen bäuerlichen Betriebe, steigern die regionale Wertschöpfung und fördern lebenswerte Regionen in Österreich", ist Lindinger überzeugt. 

„Während Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger auf EU-Ebene aktiv ist, um für eine einheitliche Vorgehensweise in der Europäischen Union zu kämpfen, ist es höchst an der Zeit, dass auch im Gesundheitsministerium, das dafür zuständig ist, die nötigen Schritte für eine Umsetzung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung, wie wir sie fordern, gesetzt werden", so die Abgeordneten

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