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Ein Familienbetrieb feiert Geburtstag

Seit 100 Jahren steht die Franz Gramiller & Sohn GmbH für Verlässlichkeit und Innovation. Diesen Weg führen heute Mag. Barbara Gramiller und DI Gerhard Pockenauer-Gramiller in vierter Generation mit großem Erfolg weiter.

10.02.2020
Jubiläum

1919 – es war die Zeit des Umbruchs: Der Erste Weltkrieg war vorbei, Salzburg verwandelte sich vom Herzogtum in ein Bundesland, und erstmals fanden Wahlen nach allgemeinem Wahlrecht statt. Allerorts waren Veränderung und die neue Freiheit zu spüren und ließen mutigen Gründergeist an allen Ecken keimen – auch in der Familie von Franz Xaver Gramiller. Gemeinsam mit Ehefrau Maria eröffnete er nahe dem Gelände des damaligen Schlachthofes im Stadtteil Itzling ein Ladengeschäft, in dem er mit Därmen, Häuten, Fellen und Gewürzen handelte – und so wurde das bis heute erfolgreiche Familienunternehmen „Franz Gramiller & Sohn GmbH“ geboren.

Stark – von Anfang an

„Schon damals waren die Hauptkunden meiner Großeltern Fleischer, die sich oftmals auch notwendige Investitionen durch den Verkauf von Fellen und Häuten finanzierten“, erzählt KommR Dr. Franz Gramiller, „so ist dann bald eine Art Beschaffungsservice und Kundendienst als weiteres Geschäftsfeld hinzugekommen“. Und das wohl richtig erfolgreich: Das Geschäft schlug bereits in seinen ersten Jahren so ein, dass es selbst die Horrorjahre des Zweiten Weltkriegs überlebte und so 1945 von Max und seiner Frau Friederike Gramiller anstandslos weitergeführt und modernisiert werden konnte. Die damalige technische Herausforderung war der Wechsel von der Transmissions- zur Einzelmaschine, die die Gramillers nicht nur zu meistern, sondern auch zu nutzen wussten. „Meine Eltern haben damals den Maschinenhandel eingeführt und mit Maschinen aus der damaligen Bundesrepublik begonnen – manche sind heute noch bei uns unter Vertrag und nach wie vor marktführend“, ist Franz Gramiller stolz.

Gramiller im Wandel der Zeiten

Und mit dem „richtigen Riecher“ ist es in dem Salzburger Familienunternehmen stets weitergegangen. Auch den nächsten Branchenwandel hat das Unternehmen zu nutzen gewusst. Franz Gramiller: „Der nächste Riesensprung war dann von lackierten Maschinen über Hammerschlag bis hin zu Edelstahlmaschinen – das war eine große Umstellung und hat dem Lebensmittelbereich beste Dienste geleistet." 

Der nächste Meilenstein in der Branche war der wichtige Schritt hin zur Hygiene und Verpackung. Gramiller erinnert sich: „Es war in den 1970er Jahren, hier wurden Verpackungsmaschinen immer wichtiger. Erst die kleinen Kammermaschinen und später die immer größeren Automaten – da gab’s damals sogar familiäre Differenzen, ob wir diese Riesendinger wirklich im Portfolio brauchen.“ 

Ähnlich war es auch beim Schneiden, auch hier begann es bei Gramiller mit Handschneidegeräten, bis dann mit der Zeit 30- bis 40-Meter-Maschinen geworden sind. Heute gibt Seniorchef Gramiller, der seit 1964 im Unternehmen tätig ist, zu: „Diese Maschinen haben wir dem Vater damals schon ein wenig untergejubelt.“ Recht hatten sie: Denn die beiden Themenbereiche Slicen und Verpacken sind heute nach wie vor die unumstrittenen Hauptthemen bei Gramiller und bringen fast 50 Prozent am Gesamtumsatz – Tendenz steigend. Das Hauptaugenmerk liegt hier – wie auch in allen anderen Themenbereichen – bei der Fleischverarbeitung, aber zunehmend auch in vielen anderen Food- und Non-Food-Bereichen. Barbara Gramiller: „Wir können alles verpacken – auch Tabletten oder medizinische Waren.“

 

Die Innovationen des 21. Jhdts.

In den 80er Jahren wurde als „angenehmer Nebeneffekt zur Verpackung und zum Schneiden“ dann Convenience zum großen Thema der Gramiller-Zeit – und dieser Trend dominiert bis heute in unterschiedlichsten Facetten die gesamte Branche.

Das Schlagwort des 21. Jahrhunderts schließlich ist Automatisierung. „Vollautomatische und individuelle Linien mit aufwendigen Steuerungselementen und komplizierten Endverpackungslösungen sind derzeit extrem gefragt“, berichtet Gerhard Pockenauer-Gramiller, „denn hier liegt großes Einsparungspotenzial bei geringer Fehleranfälligkeit.“ Und so hat in den letzten Jahren die Roboter-Technologie, vor allem im Slice-Bereich, Einzug gehalten. „Die österreichischen Lebensmittelproduzenten brauchen aufgrund ihrer häufigen Produktwechsel im Maschinenbereich große Flexibilität, hier bietet die Roboter-Technologie alle Möglichkeiten – und so hat Österreich auf die Marktgröße bezogen im Slice-Bereich weltweit die größte Roboter-Dichte“, freut sich Trendsetter DI Pockenauer-Gramiller.

Service & Projektmanagement

„Die vielleicht größte Herausforderung für uns als Händler ist“, erzählt der Chef weiter, „den Erwartungshaltungen unserer Kundschaft gerecht zu werden.“ Und so bietet Gramiller ein umfassendes Projektmanagement und kreiert aus unterschiedlichsten Maschinen ausgeklügelte Linien. Pockenauer-Gramiller: „Dabei müssen meist Maschinen verschiedener Hersteller perfekt aufeinander abgestimmt werden. Das ist wie ein Orchester, da muss alles ineinander perfekt zusammenspielen – und wir sind dabei sowas wie der Dirigent.“

Und natürlich machen auch der umfassende Service und persönliche Kundendienst das Familienunternehmen so besonders und erfolgreich. „Wir handeln nicht nur mit Maschinen und Zubehör, sondern bieten auch eine umfassende Betreuung“, erzählt Mag. Barbara Gramiller. So bietet Gramiller mit den derzeit 51 Mitarbeitern ein kompetentes Team aus Technikern, Außendienstmitarbeitern & Co., das die Kunden oft jahrzehntelang bestens betreut. Diese Anlagen müssen ja auch einiges aushalten. „130 Wochenstunden für die Maschinen sind keine Seltenheit“, lässt Dr. Franz Gramiller wissen, „und oft laufen diese Maschinen mehrere Jahrzehnte lang.“ Selbstverständlich braucht es dann Service rund um die Uhr. Barbara Gramiller: „Denn gerade im Lebensmittelbereich kann ein längerer Ausfall einer Maschine schlimme Folge haben!“ Und hier sieht die Chefin auch die derzeit größte Herausforderung: „Es wird alles immer schneller, die Kunden brauchen alles so- fort. Da müssen wir auch schon mal Ersatzteile mit dem Taxi quer durch ganz Österreich liefern!“

 

Ein Generationenprojekt

Seit 1. März 2015 führt mit Mag. Barbara Gramiller und DI Gerhard Pockenauer-Gramiller die vierte Generation das florierende Unternehmen. Neben dem fundierten Know-how und dem umfassenden Dienstleistungsangebot ist die Familie die zentrale Erfolgs-DNA des Unternehmens. Gramiller: „Als gewachsener Familienbetrieb können wir nur uns verkaufen – und die Kunden vertrauen uns.“

Doch wie gelingt es in Zeiten, die gebeutelt von Konflikten und Problemen bei der Nachfolge in Unternehmen sind, einen Familienbetrieb weiterzuführen? Dr. Franz Gramiller: „Ich habe meinen Kindern stets die Freude an der Arbeit und über die Branche zu vermitteln versucht – und es ist mir gelungen.“ Für Tochter Barbara ist es wichtig, dass jedes Familienmitglied einen eigenen Bereich verantworten kann und „Freude mit der Arbeit hat und sich in der Branche wohlfühlt“, und DI Pockenauer-Gramiller bringt es auf den Punkt: „Das Unternehmen an sich hat viele Kunden, davon lebt es und alle seine Mitarbeiter – als Unternehmer hast du nur einen Kunden: deine Nachfolger!“

Autorin: Tanja Braune

Gramiller und Krämer+Grebe

1953: Der erste Vertriebsvertrag mit der Krämer+Grebe GmbH & Co.KG, der bis heute die erfolgreiche Zusammenarbeit regelt und 2003 mit einer Unterschrift erneut besiegelt wurde.

Gramiller-Generationen

Firmengründer Franz Xaver Gramiller mit seinem Enkel Franz Gramiller. Bild rechts: Maximilian Gramiller, der Vater des heutigen Seniorchefs Franz Gramiller.

Große Auszeichnung

Große Freude über das Salzburger Landeswappen zum 100. Geburtstag: Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Dr. Franz Gramiller, Mag. Barbara Gramiller und DI Gerhard Pockenauer-Gramiller.

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