Starkes Bekenntnis mit Signalwirkung

VIER PFOTEN begrüßt Vorstoß im Lebensmitteleinzelhandel

17.12.2019
Frischfleisch

Die Ankündigung, dass die Handelskette Billa ab Mitte 2020 ausschließlich Frischfleisch aus Österreich anbieten wird, ist aus vielerlei Hinsicht ein wichtiger und dringend notwendiger Schritt im österreichischen Einzelhandel, lobt die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. „Das Bekenntnis von Billa, zukünftig in diesem Bereich komplett auf billige, ausländische Ware, und somit importierte Tierqual, zu verzichten, ist ein wesentlicher Grundstein für die Beibehaltung, die Stärkung und den weiteren Ausbau österreichischer Tierwohlstandards und der heimischen Landwirtschaft. Zudem ist der Bezug regionaler Produkte ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz. Billa nimmt daher mit dieser richtungsweisenden Entscheidung eine klare Vorreiterrolle ein,” sagt Simone Laister, Leiterin der Abteilung für Unternehmenskooperationen bei Vier Pfoten.

Besonders bemerkenswert ist dieser Schritt für den Bereich der Putenhaltung. Der Selbstversorgungsgrad in Österreich liegt derzeit nur bei ca. 40 Prozent. Mehr als die Hälfte des in Österreich verkauften Putenfleisches stammt aus dem Ausland, wo die Tiere zu schlechteren Bedingungen als in Österreich gehalten werden. Das ergibt einen wesentlich billigeren Preis für die Produkte. Insofern warnt Laister vor der von Billa angesprochenen „effizienteren Produktion“: „Aus Tierschutzsicht darf die höhere Nachfrage nach heimischer Pute keinesfalls zur Folge haben, dass die österreichischen Standards verschlechtert werden.“ Ein Beispiel: Die Besatzdichte für Puten liegt in Österreich derzeit bei max. 40 kg pro Quadratmeter. In der EU gibt es dazu keine Obergrenzen, üblich sind jedoch Besatzdichten zwischen 60-70 kg. Auch wenn die Haltungsbedingungen für Puten in Österreich aus Tierschutzsicht noch weiter verbessert werden müssen, sind hier unsere Standards jedenfalls vorzuziehen. Dies gilt jedoch nicht nur für den Frischfleisch-Bereich, sondern auch für Fertig- und Tiefkühlprodukte. Eine verpflichtende Kennzeichnung nach Herkunft und Haltung für alle tierischen Produkte wäre daher sowohl für den Tierschutz als auch für den Konsumentenschutz notwendig.

„Wir fordern, dass auch die anderen Handelsketten in Österreich dem guten Beispiel folgen und regionalen Produkten und hohen Tierschutzstandards zukünftig den Vorzug geben. “, so Laister.

 

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