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Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich und Vorsitzender des Ausschusses für Tierhaltung und Tierproduktion.

Kommentar

Franz Reisecker über Billigfleisch & Sojaschrot

Gast-Kommentar von Ing. Franz Reisecker – Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ und Vorsitzender des Ausschusses für Tierhaltung und Tierproduktion.

03.12.2019
Tierschutzvolksbegehren
Franz Reisecker

Strenge Kriterien gelten nur für Österreich

GVO-frei erzeugtes Schweinefleisch ist in Österreich nichts Neues. Jedoch ist nicht die Erzeugung die Kunst, sondern ein nachhaltiger Absatz im Handel, der den Landwirten die höheren Kosten abgilt. Von der Politik immer teurere Standards zu verlangen, ist einfach. Wir können noch so strenge Kriterien vorschreiben, sie gelten nur für Österreich und nicht für die EU – der Billigfleischimport bleibt weiterhin möglich.

Das Futter für Schweine stammt bereits heute zu 80 % aus GVO-frei erzeugten heimischen Schrot von Soja, Raps, Sonnenblume ... Doch um alle Schweine mit heimischem GVO-freiem Soja füttern zu können, müsste die dreifache Fläche angebaut werden. Unser Land hat 2018 mit rund 63.000 ha Sojaanbaufläche einen Spitzenwert erreicht. Dieses Soja geht vorrangig in die Lebensmittel- bzw. Futtermittelherstellung. Trotz größerer Anbauflächen gibt es noch zu wenige Abnehmer, die bereit wären, die deutlichen Preisaufschläge zu zahlen.

Die in Österreich erzeugten Schlachtschweine brauchen jährlich rund 200.000 t Sojaschrot. Die Mehrkosten einer GVO-freien Fütterung betragen auf landwirtschaftlicher Ebene rund 10 Cent/kg, bei Edelteilen beträgt der Preisabstand bis zu 50 Cent/kg – was sich entsprechend in einem höheren Verbraucherpreis wiederfinden müsste. Doch der Markt für Schweinefleisch ist offen, daher stammt rund ein Drittel der in Österreich verarbeiteten Mengen nicht aus österreichischer Erzeugung!

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