Tirols schönste Fischtheke

Heuer feiert der Fruchthof sein 25-jähriges Jubiläum, und wo anfangs das beste Obst und Gemüse der Stadt zu finden war, kaufen heute Hobbyköche, Genießer und Profis ein.

14.09.2020
Fisch
Barbara Egger

Ungespritzte Amalfi-Zitronen. Maresin-Geflügel aus Frankreich. Wolfsbarsch aus dem spanischen Atlantik. Glen Douglas Lachs aus Schottland. High Pressure Lobster aus Kanada. Mehr als 12.000 Delikatessen aus aller Welt vereint das Frischeparadies unter seinem Tiroler Dach. In Zeiten von Klimawandel und erwünschter Nachhaltigkeit stellt sich die Frage: Braucht es ein solches Angebot mitten in der Landeshauptstadt überhaupt? Christian Horaczek, Mitglied der Geschäftsführung des Delikatessen-Großhändlers Frischeparadies sagt ja und erklärt, wie in den insgesamt elf Frischeparadies-Niederlassungen – zehn in Deutschland, eine in Innsbruck – der Spagat zwischen verantwortungsbewusstem Feinkosthandel und regionaler Wertschöpfung geschafft wird.

Einerseits sei es für Köche und Gastronomen immer schwieriger Fisch, Fleisch und andere Lebensmittel von außergewöhnlicher Qualität zu beziehen. Für Endverbraucher kommt diese Ware erst gar nicht in den Handel. „Deshalb ist es das Ziel von Frischeparadies, beste Produkte zu bieten“, so Horaczek. Bei den Delikatessen achte man auf direkte Vertriebswege und lückenlose Rückverfolgung zu den Produzenten. Damit man „das Allerbeste schnell erkennen kann“, hat Deutschlands größter Feinkost- und Delikatessenhändler ein eigenes Siegel entwickelt. 

Qualität und Verantwortung

Die vier Buchstaben QSFP kennzeichnen frische Lebensmittel von sehr hoher Qualität, die sich durch ihre regionale Herkunft, strenge Kontrollen mit lückenlos dokumentierten Erzeuger- und Transportdaten, schonende Verarbeitung und ökologische Nachhaltigkeit abheben. „Bis ein Erzeugnis zum QFSP-Produkt wird, hat es einen langen Weg hinter sich“, erklärt Horaczek. „Es muss sich nicht nur von anderen Produkten unterscheiden, sondern auch unseren hohen Anforderungen gerecht werden. Oft sind es gerade kleine Betriebe oder Familienunternehmen, bei denen wir genau die Qualität finden, die wir suchen. Wir kontrollieren alle QSFP-Produzenten und überzeugen uns vor Ort von der Verarbeitung, denn gerade bei Fisch und Fleisch gibt es beim Verbraucher große Unsicherheiten und die Forderung nach Transparenz.“

Beispiele für das Label QFSP, das für „Qualité supérieure sélectionée pour Frischeparadies steht, sind: das Maresin-Geflügel aus Westfrankreich – die Hühner wachsen im Pinienwald in sogenannten Maresinen auf sandigem Waldboden ohne Einzäunung auf. Neben Kräutern, Insekten, Gräsern, die die Tiere selbst finden, erhalten sie ein Mischfutter aus Mais, Soja, Mineralien und Vitaminen; Loins und Filets aus Island – gleich mehrere Instanzen wie das isländische Meeresforschungsinstitut, das Fischerei-Institut, Landwirtschaftsministerium und Küstenwache überwachen Fangquoten und Fanggebiete, um zu garantieren, dass das maritime Ökosystems Islands nachhaltig bewirtschaftet wird und die Fisch- bestände stabil bleiben; auch beim High Pressure Lobster aus Kanada versucht man, ethischen und den neuesten Bestimmungen zur Hummerhaltung gerecht zu werden. Haltung in ungeeigneten Becken und das Töten in kochend heißem Wasser entfällt.

Regionale Highlights

Das bereits mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnete Tiroler Milchkalb trägt ebenfalls das QFSP-Label. Die Muttertiere grasen auf wildbewachsenen Weideflächen, die Kälber werden in kleinbäuerlichen Strukturen mit der Muttermilch aufgezogen, ohne Antibiotika und Leistungsförderer. Im Frischeparadies in Innsbruck ist das Tiroler Milchkalb nicht das einzige regionale Produkt. Zwar ist das Herzstück jeder Frischeparadies-Niederlassung die Fischabteilung, wo es von Auster bis Zander ein breites Sortiment gibt, liegt die Kernkompetenz in den Frischeparadiesen zusätzlich noch bei Obst und Gemüse. Für alles, was von weiter herkommt, spielt in Innsbruck die Nähe zu Verona eine tragende Rolle. Den dortigen Obst- und Gemüse-Umschlageplatz nutzt das Frischeparadies, um laufend höchste Qualität einzukaufen.

Geheimtipp Fischiff

Seit 1996 besteht der Fruchthof in Innsbruck und wurde 2014 von der Frischeparadies GmbH übernommen. Seither firmiert der Fruchthof als Frischeparadies mit der Besonderheit, dass unter seinem Dach auch regionale und eigenständige Partner beherbergt sind. Das sind der Tiroler Fleisch- und Wurstproduzent Hörtnagl mit eigener Filiale und der „besten Extrawurst der Stadt“, die Bäckerei „Die Brotbuben“, ein Anbieter von Oliven und Antipasti, ein Blumengeschäft sowie eine Thai-Garküche. Das angrenzende Restaurant Fischiff (es gehört wiederum zum Frischeparadies) gilt seit jeher als ein echter Geheimtipp in Innsbruck.

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