Unternehmer wehren sich gegen Chip in Registrierkassen

Ob Handel, Gewerbe oder Tourismus, künftig sollen elektronische Registrierkassen über einen Chip vor Datenmanipulation verpflichtend gesichert werden.

12.02.2015
© Thinkstock

Der Chip erzeugt eine digitale Signatur, die jeden Kassenbon kennzeichnet. Manipulationen können mit dieser Art von der Finanz bei Prüfungen aufgespürt werden. Das System lässt sich vom Taxameter über das Glücksspielgerät bis zur Kassa in der Gastronomie einsetzen. Die betroffenen Branchen Handel, Tourismus und Gewerbe leisten erbitterten Widerstand. „Die Maßnahme bedeutet eine Kriminalisierung der Unternehmer im Handel“, so Kommerzialrat Harald Zink, Obmann der Sparte Handel, „und dagegen wehren wir uns entschieden.“

Auch die Anschaffungskosten sind ein zentrales Thema. Die Kosten für die Nachrüstung der Hard- und Software lassen sich ein für ein kleines Einzelhandelsunternehmen mit etwa 900 Euro pro Kasse veranschlagen. Müssen Kassen überhaupt ausgetauscht werden, weil eine Nachrüstung nicht möglich ist, können schon mal bis zu 4.000 Euro Anschaffungskosten anfallen.
In den meisten Unternehmen sind die Kassen ein Bestandteil des elektronischen  Warenwirtschaftssystems und der Buchhaltung. Eine nicht sichtbare Manipulation im Nachhinein ist daher nicht möglich. Und außerdem: „Wie soll das beispielsweise etwa auf Märkten funktionieren?“, fragt sich der Branchenvertreter.

Eine Mehreinnahme von 1 Milliarde an Steuern ist absurd. Die Überwachung und Administration würde mit hohen Zusatzkosten für den Staat verbunden sein, rechnen Brancheninsider vor. „Der Handel ist nicht in der Lage weitere Belastungen ohne den daraus entstehenden Konsequenzen durchzustehen“, warnt Zink. „Eine Vernichtung der Unternehmen und der damit im Zusammenhang stehenden Arbeitsplätze wären die Folge!“.
Infos: http://wko.at/bgld/handel

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