Schirnhofer: Sanierung läuft nach Plan

Vor einem Jahr ist der oststeirische Fleisch- und Wursthersteller Schirnhofer kurz vor der Pleite gestanden. Seit die Gläubiger der Sanierung des Unternehmens zugestimmt haben, läuft es aber offenbar nach Plan.

16.02.2017
Schirnhofer
© Schirnhofer

Die Almo-Bauern liefern zu 99 Prozent an Schirnhofer, die Zahl der Almo-Bauern ist mittlerweile auf knapp 400 angewachsen.

Die missliche finanzielle Lage war damals u. a. durch die Insolvenz der Kette Zielpunkt, die Schirnhofer beliefert hatte, ausgelöst worden. Durch die Annahme des Sanierungsplans vor einem Jahr wurden bei Schirnhofer rund 200 Arbeitsplätze gerettet. Bis jetzt wurden die Schulden fristgerecht getilgt, die Zusammenarbeit mit den Almo-Bauern wurde verlängert - und laut AMS hat es auch keine weiteren Kündigungen gegeben. Für 80 Mitarbeiter, die zuvor dennoch gehen mussten, wurde von AMS und Land eine Insolvenzstiftung eingerichtet. Doch nur knapp die Hälfte davon musste diese bisher auch in Anspruch nehmen: „Insgesamt sind bisher 44 Personen in diese Stiftung eingetreten und orientieren sich neu am Arbeitsmarkt, aber es gibt noch freie Plätze. Das heißt, sollten sich noch Damen oder Herren, die von Schirnhofer kommen, beim AMS arbeitslos vormerken, dann könnten diese noch in die Stiftung einsteigen“, sagt Hermann Gössinger vom AMS Steiermark.

Die Almo-Bauern liefern zu 99 Prozent an Schirnhofer, und Almo-Obmann Johann Pessl bestätigt, dass es zuletzt wieder bergauf ging: „Es gab im letzten Jahr für uns ein Plus von etwa 20 Prozent. Das heißt, dass im letzten Jahr mehr als 4.000 Ochsen geliefert wurden. Und dieses Almo-Fleisch mit Tierwohlsiegel geht großteils nach Deutschland zum Rewe-Süd-Konzern und kann dort gut vermarktet werden.“ Auch die Zahl der Almo-Bauern ist mittlerweile auf knapp 400 angewachsen, wie Pessl bestätigt - deshalb sei erst im Herbst der Vertrag mit Schirnhofer um zehn Jahre verlängert worden: „Die Fixpreise sind eingehalten worden, und er hat auch sein Versprechen uns gegenüber eingehalten, dass er unsere Zwischenfinanzierung, die wir für die Bauern leisten mussten, retourniert. Daher stand nichts im Wege, sodass wir den Vertrag jetzt verlängert haben und aus unserer Sicht einige Sicherheiten eingebaut haben, damit es zu keinen Zahlungsproblemen mehr kommen kann“, so Pessl. Gemeinsam mit Schirnhofer sei Ende des Vorjahres sogar investiert worden - in Summe 150.000 Euro, um den Schlachthof Weiz auf den neusten Stand zu bringen; weitere 50.000 Euro sollen noch heuer fließen.

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