Registrierkassenpflicht bedroht Traditionsbetrieb

„Da rinnt einem ja der kalte Schauer über den Rücken!“ Das antwortete Dr. Christoph Leitl der Fleischerei Zauner auf einen Brief, den diese an den Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich geschrieben hat und den wir nachfolgend veröffentlichen. „Ich empfehle bis zur Beantwortung und Abklärung des Sachverhaltes vorerst nichts zu unternehmen“, so Leitl in seiner Antwort weiter.

17.03.2016
Registrierkassen
© Zauner

Gottlieb Zauner Senior und Gottlieb Zauner Junior.

© Zauner

Die Fleischerei Zauner gibt es als Familienbetrieb schon seit 1809 im Salzkammergut, seit zwölf Jahren mit einem Verarbeitungsbetrieb und Geschäft in Bad Goisern, sowie zwei weiteren Geschäftsstellen in Hallstatt und Bad Aussee. 22 Beschäftigte finden in dem Betrieb Arbeit, verarbeitet wird das Fleisch der Tiere aus der Region.

Vor gut zweieinhalb Jahren, noch deutlich vor Bekanntwerden der Pläne zu einer Registrierkassenpflicht, hat das Unternehmen sein komplettes Abwiege- und Kassensystem erneuert. Kostenpunkt: 55.000 Euro, und es arbeitet tadellos. Allerdings erfüllt es eine Sicherheitsvorkehrung des seit heuer gültigen Gesetzes nicht und kann auch nicht aufgerüstet werden, so Gottlieb Zauner Senior. Einziger Ausweg wäre eine neue Anlage um bis zu 100.000 Euro, so die Kostenvoranschläge.

Nachdem der ORF und Lokalmedien über den Fall berichtet und dabei auch das bestehende Waagen- und Kassensystem ins Bild gerückt haben, hat der Hersteller (Name der Redaktion bekannt) den Preis für eine allfällige Neuanschaffung mittlerweile deutlich reduziert. Zauner: „Ich bin eigentlich stolz gewesen, dass ich den Betrieb meinem Sohn fast schuldenfrei übergeben kann. Und jetzt können wir eigentlich nicht anders, als Schulden zu machen.“

>> Der Brief an die WKO

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