Bauernbund will Planungssicherheit für heimische Landwirte

Debatten um Brexit und Mercosur verunsichern Rinderzüchter. Der Bauernbund fordert eine realistische Abschätzung von Mercosur-Folgen.

06.11.2019
Mercosur

„Der europäische Rindfleischmarkt steht vor großen Herausforderungen. Vor allem mit Blick auf die Debatten um Brexit und Mercosur ist es notwendig, der zunehmenden Verunsicherung entgegenzuwirken und mehr Planungssicherheit zu schaffen. Wichtig dafür wären bei Mercosur eine Folgenabschätzung auf der Basis des tatsächlichen Verhandlungsergebnisses und detaillierte länderspezifische Auswirkungsstudien“, sagt Simone Schmiedtbauer, Europaabgeordnete und EU-Agrarsprecherin der ÖVP zur heutigen Debatte über die langfristigen Perspektiven des europäischen Rindfleischmarktes im Agrarausschuss des Europaparlaments.

„Die länderspezifischen Mercosur-Auswirkungsstudien müssen wichtige Faktoren wie Produktionskosten und -standards, nachhaltige Produktionsauflagen und Tierwohl berücksichtigen, damit wir die Situation im Fall des Falles realistisch einschätzen können“, sagt Schmiedtbauer.

Schmiedtbauer: „Planungssicherheit statt Verunsicherung für heimische Landwirte“

 „Das angekündigte Hilfspaket über eine Milliarde Euro ist zwar zu begrüßen, wäre aber höchstens ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn bei sanitären und phytosanitären Fragen und der Nachhaltigkeit würde Mercosur bestehenden Abkommen wie jenen mit Japan und Kanada (Ceta) deutlich hinterherhinken.“

„Selbst ohne Brexit und Mercosur ist die Branche mit einem Abwärtstrend beim Rindfleischkonsum konfrontiert. Witterungsextreme und Klimawandel wirken sich negativ auf die Futtergrundlage aus und erschweren die Produktion so zusätzlich. Wir müssen daher die klimaschonende, heimische Landwirtschaft belohnen, anstatt den Markt noch zusätzlich mit billigen Rindfleischimporten zu überfluten", schließt Schmiedtbauer.

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