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Florian Hütthaler sieht den Grund für den Lehrlingsmangel der Fleischbranche an deren negativen Image und am „Metzger-Klischee“, das mit der Realität nichts zu tun hat

Lehrlinge und Mitarbeiter sind Hütthaler nicht „Wurst“

Der oberösterreichische Fleisch- und Wurstproduzent startet eine Offensive für Lehrlinge und Angestellte. So werden unter anderem zusätzliche Wohnungen für Mitarbeiter gebaut.

19.02.2014
Redaktion.Fleischerzeitung

Was macht einen guten Arbeitgeber aus? Kompetenz, Zielstrebigkeit und eine Hands-on-Mentalität sind sicherlich wichtige Faktoren. Mindestens genauso wird jedoch ein verantwortungsvoller Arbeitgeber geschätzt, der sich für das Wohlbefinden seiner Angestellten und deren Zufriedenheit engagiert. Florian Hütthaler, der den Familienbetrieb in vierter Generation führt, sieht das genauso und kümmert sich mit seiner Lehrlingsoffensive nicht nur um die Zukunft des Fleischverarbeitungs-Berufs, sondern stellt seinen Mitarbeitern auch Wohnraum zur Verfügung.
Damit reagiert das Unternehmen gerade recht auf die aktuelle Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammern Österreichs. Laut diesen Zahlen gibt es bundesweit nur mehr 322 Lehrlinge, die den Fleischverarbeitungsberuf erlernen. Tendenz fallend, denn im Vergleich dazu waren es 2010 noch 439 Lehrlinge. In Oberösterreich waren es 2010 107 Auszubildende, 2013 hingegen nur mehr 74. „Wir finden diese Entwicklung alarmierend und möchten diesem Trend mit unserer Lehrlingsoffensive entgegenwirken“, so Florian Hütthaler. Auf die Frage, warum sich dieser Trend so negativ abzeichnet, antwortet er: „Ich vermute, es liegt am unattraktiven Image dieses Berufes. Darum setzen wir bei Hütthaler dabei an, den Beruf für unseren Nachwuchs attraktiv zu gestalten und das Metzger-Klischee aus der Welt zu schaffen“.

Attraktive Benefits für Lehrlinge
Konkret bedeutet dies zum einen etwa, dass den Lehrlingen im Rahmen ihrer Ausbildung umfassendes Know-how, das den zeitgemäßen Ansprüchen gerecht wird, beigebracht wird. Zum anderen wird bei ihnen die Entwicklung von Kompetenzen zur Führungskraft von morgen forciert. Zusätzlich besteht während der gesamten Lehrlingsausbildung die Möglichkeit, an Schulungen teilzunehmen. Darüber hinaus bietet Hütthaler all seinen Lehrlingen eine überdurchschnittlich hohe monatliche Lehrlingsentschädigung. Im ersten Lehrjahr winken 745 Euro, im zweiten 955 Euro und im dritten 1.275 Euro brutto. Aktuell hätte Hütthaler die Kapazität, zehn neue Lehrlinge aufzunehmen.

Neuer Mitarbeiterwohnblock
Außerdem investiert Hütthaler aktuell in zwei neue Mitarbeiter-Wohnblocks, von denen einer im Februar 2014 fertig gestellt wird. „In diesem Wohnblock stellen wir unseren Mitarbeitern rund 30 Wohnungen zur Verfügung“, so Florian Hütthaler. Es handelt sich bei allen Wohnungen um Mietwohnungen, die jedoch vergleichsweise kostengünstig sind. Die Wohnungsvergabe erfolgt über das Personalwesen der Firma Hütthaler. Grundsätzlich stehen alle Wohnungen allen Mitarbeitern - auch Lehrlingen – zur Verfügung. Der Bau eines weiteren Mitarbeiterwohnblocks, wird erst Ende des Jahres begonnen und 15 familiengerechte Wohnungen mit über 100 Quadratmetern bereitstellen. Bei diesem Neubau erwartet die Bewohner auch ein großer Garten.

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