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Landwirtschaftskammer NÖ startet landesweite Apfelsaft-Aktion

Beim mittlerweile vierten Lebensmittelcheck der Landwirtschaftskammer NÖ wurde Apfelsaft in Supermärkten unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Bei rund zwei Drittel der überprüften Produkte ist die Herkunft der Äpfel nicht ersichtlich. Die Landwirtschaftskammer NÖ fordert mehr Transparenz, das heißt eine verpflichtende und klare Herkunftsdeklaration auch bei verarbeiteten Produkten. Um die Vorzüge von heimischem Apfelsaft aufzuzeigen, startet die Landwirtschaftskammer NÖ auf Initiative von Präsident Johannes Schmuckenschlager gemeinsam mit dem Obstbauverband NÖ die Aktion „Apfelsaft aus Apfel g’macht“, Startschuss dafür war im Rahmen der Pressekonferenz in der HBLA für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg.

18.09.2019
Herkunftskennzeichnung

Der Fokus beim Lebensmittelcheck der Landwirtschaftskammer NÖ liegt auf der Herkunftstransparenz. Nur eine umfassende Kennzeichnung der Herkunft schafft Sicherheit für die Konsumenten, nicht getäuscht zu werden und gibt die Möglichkeit, sich bewusst entscheiden zu können, woher die Lebensmittel kommen, die im Einkaufskorb landen. „Die Landwirtschaftskammer NÖ drängt schon lange auf eine durchgängige, transparente Herkunftskennzeichnung und eine verstärkte Herkunftsüberprüfung. Das betrifft zum einen den Schutz der Konsumenten vor Irreführung, es geht aber auch darum, die Stellung unserer Bäuerinnen und Bauern in der Lebensmittelkette konsequent zu stärken und den Verlust von regionaler Wertschöpfung zu vermeiden“, betont Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ.

Herkunftsnachweis bei direkt gepressten Apfelsäften am ehesten möglich

48 Apfelsäfte im Lebensmitteleinzelhandel wurden untersucht. Davon waren 22 Direktsäfte und 26 Säfte aus Apfelsaftkonzentrat. Bei Betrachtung aller Proben war bei 65 % der getesteten Säfte die Herkunft der Rohware nicht auf der Verpackung ersichtlich. Bei lediglich 33 % Apfelsäfte ist Österreich als Herkunft der Rohware angegeben, bei 2 % ist Deutschland angeführt. Unterscheidet man hinsichtlich der Produktionsart, ist bei Apfelsäften aus Apfelsaftkonzentrat lediglich bei 15 % der Proben angegeben, woher die Rohware kommt, bei Direktsäften sind es 59 % (13 von 22). Bei 12 Direktsäften ist Österreich als Herkunftsland der Rohware angeführt.

Wie bei vielen anderen Produktgruppen bedeutet auch beim Apfelsaft eine rot-weiß-rote Fahne auf der Verpackung oder auf dem Preisschild nicht automatisch, dass die Rohstoffe tatsächlich aus Österreich stammen bzw. alle Produktionsschritte in Österreich durchgeführt wurden. Auf 52 % der getesteten Produkte ist die Österreich-Fahne abgebildet – von diesen ist allerdings nur bei rund der Hälfte Österreich als Herkunftsland ausgewiesen, beim Rest ist das tatsächliche Herkunftsland nicht angegeben.

Aufgrund dieser Ergebnisse lautet die Empfehlung: Wer auf österreichische Herkunft und Qualität baut, sollte zu direkt gepresstem Apfelsaft greifen.

Start der Aktion „Apfelsaft aus Apfel g’macht“

Im Rahmen der Pressekonferenz wurde direkt gepresster Apfelsaft hergestellt und abgefüllt, wozu auch Schulklassen der Neuen Mittelschule in Klosterneuburg eingeladen wurden. Damit startet zugleich die landesweite Aktion „Apfelsaft aus Apfel g’macht“ diesen Herbst. „Wir wollen die Wertigkeit von heimischen Produkten, in dem Fall konkret von regionalem Saft, noch mehr ins Bewusstsein rufen und die Bevölkerung, auch schon die junge Generation, dafür sensibilisieren“, beschreibt Schmuckenschlager die Idee dieser Initiative. „Mit der Bewusstseinsbildung für regionale Lebensmittel kann nicht früh genug begonnen werden. Das ist vor allem einer Ausbildungsstätte wie wir sie sind enorm wichtig“, sagt Manfred Gössinger von der Abteilung Obstverarbeitung der HBLA für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg, der mit seinem Team den Schülerinnen und Schülern die Saftproduktion näher brachte.

Gemeinsam mit dem NÖ Obstbauverband wird die Landwirtschaftskammer NÖ neben Klosterneuburg in drei Regionen mit einer mobilen Presse Station machen, wozu ebenfalls Schulklassen eingeladen werden. Weiters können Interessierte Äpfel aus dem eigenen Hausgarten mitbringen, direkt vor Ort pressen lassen und kostenlos frischen Apfelsaft mit nach Hause nehmen. „Unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren bestes Obst nach höchsten und kontrollierten Standards. Bei unseren Landwirten weiß man genau, woher die Produkte kommen und wie sie verarbeitet werden. Wir wollen, dass die Konsumenten ohne getäuscht zu werden wissen, wo Österreich drin steckt. Zusätzlich bieten wir mit dieser Initiative einen Anreiz, die eigenen Äpfel aus dem Hausgarten zu verarbeiten und schaffen damit noch einen größeren Mehrwert für die Konsumenten“, so Martin Sedelmaier, Obmann des NÖ Obstbauverbands.

Weitere Veranstaltungen in Niederösterreich „Apfelsaft aus Apfel g´macht“

√  2. Oktober 2019, 9 - 12.30 Uhr, Mostviertelhalle Haag

√  11. Oktober 2019, 10 - 13.30 Uhr, Bauernmarkt Wr. Neustadt

√  17. Oktober 2019, 9 - 12.30 Uhr, Rathausplatz St. Pölten

Lebensmittel-Händler und Konsumenten können Auffälligkeiten oder Ungereimtheiten jederzeit unter lebensmittelcheck@lk-noe.at melden. Die Landwirtschaftskammer NÖ geht den Meldungen für Sie gerne auf den Grund.

 

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