Interspar stellt nun auch Fleisch zu

Als letzter Vollsortimenter beugt sich nun auch Spar dem Wettbewerbsdruck und steigt mit seiner Schiene Interspar in den Online-Versand von Lebensmitteln ein. Beim Service sollen die Online-Kunden keinerlei Abstriche machen. 75 Deka Tafelspitz? – bekommt man auch online, selbst aufgeschnitten, versprechen die Spar-Chefs.

29.09.2016
Interspar
© Spar

Spar-Chef Gerhard Drexel bei der Vorstellung des neuen Interspar Online-Shops.

„Wir haben den ersten Hype bewusst abgewartet. Wir wollten nicht zu früh sein, aber auch nicht zu spät“, sagte Spar-Chef Gerhard Drexel bei der Vorstellung des neuen Online-Shops in Wien. Dass der Online-Shop vorerst mehr Geld verbrennt als einbringt, darüber macht man sich bei Spar keine Illusionen. „Wir werden am Anfang sicherlich keine Gewinne machen“, gab Drexel ohne Umschweife zu. Er wisse selbst nicht, wohin die Reise im Online-Bereich gehe, klar sei, dass man dabei sein müsse. Das Unternehmen habe einen zweistelligen Millionenbetrag in die IT investiert. Bis 2017 braucht der Händler 100 zusätzliche Beschäftigte, um das Internetgeschäft zu stemmen.

Spar betreibt seit 16 Jahren einen Online-Shop für Weine und versendet Non-Food-Produkte aus den Bereichen Haushalt, Küche, Spielwaren sowie Unterhaltungselektronik über seinen Interspar-Webshop. Ab sofort wird Interspar auch Lebensmittel zustellen. Vorerst nur in Wien, doch schon nächstes Jahr ist der Rollout in ganz Österreich geplant. Wobei sich „ganz Österreich“ nur auf die Ballungsräume beschränkt. Wie im Geschäft können Kunden auch bei der Hauszustellung mit der Bankomatkarte bezahlen. Preise, Rabatte oder Angebote gelten für online wie offline. Ausgenommen sei die wöchentliche Rabattaktion auf Bier. Das könnte sonst logistisch ein Problem werden, räumt man ein.

Wer bis 12 Uhr bestellt, bekommt den Einkauf noch am selben Tag innerhalb eines gewünschten Zwei-Stunden-Zeitfensters geliefert oder kann ihn bei einer Abholbox abholen. Vorerst stehen zwei solcher Boxen, ähnlich den Post-Boxen, beim Donauzentrum und der SCS bereit. Weitere sind geplant. Die Zustellung kostet 4,90 Euro, für die Abholbox ist 1 Euro zu berappen. Ab einem Einkaufswert von 100 Euro ist die Zustellung gratis. Das Service gibt es grundsätzlich wie in den Geschäften auch online nur montags bis samstags. Derzeit liegt der Umsatzanteil, der im gesamten Lebensmittelhandel online erwirtschaftet wird, bei unter 1 Prozent. Künftig würden es wohl 3 bis 4 Prozent werden, aber nicht 10 Prozent, glaubt Drexel.

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