Importstopp für EU-Schweinefleisch treibt Marktpreise in Russland in die Höhe

Der durchschnittliche Großhandelspreis verteuerte sich um fast ein Drittel und liegt bei einem historischen Höchststand

29.04.2014
Schweinefleisch
© Thinkstock

In Russland ist Schweinefleisch in diesem Frühjahr so teuer wie nie zuvor. Ende März erreichte der durchschnittliche Großhandelspreis mit mehr als RBL 150,- (EUR 3,01) je kg einen historischen Höchststand. Gemessen zum Anfang Jänner bedeutet das eine Verteuerung um fast ein Drittel, berichtet eine Moskauer Wirtschaftszeitung unter Berufung auf den Exekutivdirektor der Nationalen Fleischassoziation, Sergej Juschin. Die Entwicklung sei in erster Linie auf den seit Ende Jänner geltenden Importstopp für Lebendschweine sowie Schweinefleisch aus der Europäischen Union zurückzuführen.

Nach Juschins Worten haben die russischen Schweinefleischerzeuger nun die Möglichkeit, die im vergangenen Jahr eingefahrenen Verluste zu kompensieren. Der Produktionsbereich gehört zu den Verlierern des im Sommer 2012 erfolgten WTO-Beitritts Russlands. Danach mussten die Einfuhrzölle für innerhalb eines Tarifkontingents geliefertes Schweinefleisch von 15% auf 0% und für die darüber hinausgehenden Mengen von 75% auf 65% gesenkt werden. Die Abschwächung des Marktschutzes hatte einen deutlichen Anstieg der Einfuhren von billigerer Ware und schließlich einen Preissturz zur Folge.
 
Den Importstopp hat der Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor) wie berichtet wegen Fällen von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Litauen und Polen verhängt. Brüssel hält die Maßnahme für unverhältnismäßig und hat deswegen vor zwei Wochen die Welthandelsorganisation (WTO) angerufen. (Red./AIZ)

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