IBR/IPV-Infektion bei Rindern in Exportstall in Tirol

Die Krankheit, die für den Menschen ungefährlich ist, wurde anscheinend schon 2014 eingeschleppt

26.02.2015
Rinder

Im Zusammenhang mit einem beabsichtigten Export von Zuchtrindern nach Algerien wurde Ende Jänner in einem Exportstall in Tirol das Vorliegen einer IBR/IPV-Infektion bei mehreren Tieren festgestellt. Die sofort eingeleiteten epidemiologischen Erhebungen ergaben, dass offenbar bereits im Dezember 2014 der Erreger in den Bestand eingeschleppt wurde und auch Zuchttiere, welche bereits nach Algerien exportiert wurden, infiziert waren, dies teilte das Gesundheitsministerium Ende vergangener Woche mit.

"Weiterführende epidemiologische Erhebungen ergaben, dass sich der Erreger infolge intensiver Tierbewegungen auch in österreichischen Betrieben verbreitet hat. Eine zentrale Rolle spielen dabei Viehhändler und Viehmärkte, über welche mit großer Wahrscheinlichkeit infizierte Tiere auch bereits ins benachbarte Ausland (Bayern, Schweiz, Italien) verbracht wurden. Mittlerweile befinden sich in der Mehrzahl der Bundesländer Kontaktbestände, das sind Bestände, die nachweislich mit positiven oder ansteckungsverdächtigen Tieren in Kontakt waren", heißt es in der Mitteilung des Ressorts.
IBR/IPV ist eine Krankheit, die durch bovine Herpesviren (BHV-1) hervorgerufen wird. Sie ist für den Menschen ungefährlich und hat auch keinen Einfluss auf die Lebensmittelsicherheit. Sie kann aber im Rinderbestand schwere wirtschaftliche Verluste verursachen. Die Übertragung erfolgt bevorzugt direkt von Tier zu Tier, ist aber auch über indirekten Kontakt, zum Beispiel über ungenügend gereinigte Transportfahrzeuge oder Stallutensilien, möglich. Mit IBR/IPV infizierte Rinder können Fieber haben, zeigen insbesondere Ausfluss aus Nase sowie Augen und neigen zu Aborten. Nach einer Infektion sind die Tiere lebenslang Virusträger. (AIZ)

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