Freiwillige Fair-Preis-Offensive für Schweinefleisch

In den vergangenen Wochen ist der Preis für Schweinefleisch EU-weit deutlich abgesackt. Österreichische Schweinebauern bekommen derzeit 1,23 Euro pro Kilogramm. Die traditionsreiche Grazer Fleischerei Rinner hat sich entschlossen, den heimischen Schweinebauern, welche die Regionalmarke Vulkanlandschwein anbieten, zu helfen. „Wir zahlen unseren Lieferanten freiwillig mehr und erhöhen den Basispreis auf 1,50 Euro netto pro kg, und zwar solange, bis der Schweinepreis dieses Niveau wieder erreicht hat“, betonen Renate und Helmut Rinner. 

01.12.2015
Schweinefleisch
© LK, Raggam

Renate und Helmut Rinner zahlen heimischen Schweinebauern mehr. Der steirische Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher erwartet sich, dass auch heimische Handelsketten nachziehen

Sie begründen ihre Initiative so: „Als Familienunternehmen brauchen wir die Bauern und hoffen, dass sie weitermachen. Unsere Kunden schätzen die regionale Qualität, deshalb wollen wir einen Stein ins Rollen bringen."

Der Vorstoß der Grazer Fleischerei Rinner, den heimischen Schweinebauern für besondere regionale Qualitäten einen höheren Erzeugerpreis zu bezahlen, bekommt einen zusätzlichen Schub. Weitere acht steirische Betriebe, die die Regionalmarke „Woazschwein“ anbieten, zahlen für diese besondere Fleischqualität freiwillig einen fairen Basispreis von 1,75 Euro pro Kilo statt den aktuell marktüblichen von 1,13 Euro. „Das ist ein wichtiges Signal an die heimischen Schweinebauern. Ich erwarte mir, dass möglichst viele Anbieter regionaler Fleischmarken wie Fleischereibetriebe, aber auch die Handelsketten sowie AMA-Gütesiegel-Fleischvermarkter auf diesen Zug aufspringen und den Bauern für die besondere regionale Fleischqualität auch faire Preise bezahlen", bekräftigte der steirische Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher in einer Aussendung.

Der Weizer Fleischer Peter Feiertag, der auch Sprecher des Vereins „Woazschwein“ ist, und seine sieben Kollegen waren von der Fair-Preis-Idee von Anfang an begeistert: „Unsere Kunden schätzen dieses besondere Schweinefleisch und sind bereit, einen fairen Preis zu bezahlen. Ihnen sind die Herkunft, die kurzen Transportwege, die besondere Fütterung und Haltung wichtig. Außerdem können sich die Verbraucher jederzeit auf den Bauernhöfen ein Bild davon machen, wie die Tiere gehalten und gefüttert werden.“

Initiative soll weiter wachsen
Die Nachfrage nach diesem besonderen regionalen Schweinefleisch ist groß - mit stark steigender Tendenz. Deshalb werden sowohl weitere Fleischerbetriebe als auch Bauern gesucht, um die Nachfrage befriedigen zu können. Gestartet wurde die Initiative Woazschwein von der Schweineerzeuger- und Vermarktungsorganisation Styriabrid als Pilot-Projekt bereits vor einem Jahr mit drei Fleischern. Mittlerweile vermarkten die acht Betriebe Brand (Gleinstätten), Feiertag (Weiz), Moßhammer (Graz), Mauthner (Schwanberg) sowie Handl (Allerheiligen), Neuhold (Draßling), Rockenbauer (Mortantsch) und Kainacher (Eibiswald) bereits 150 Schweine pro Woche. 

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