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Das IMV-Präsidium: Martin Fuchs, Ad Bergweff, Jaques Kraft (a. D.), Jacqueline Balzer, Reinhard Kainz und Jean-Marie Oswald

Frauenpower im IMV

Bei der Herbsttagung des Internat. Metzgermeisterverbandes wurde mit Jacqueline Balzer erstmals eine Frau ins Präsidium gewählt – thematisch stand großteils der Pferdefleischskandal im Vordergrund

24.01.2014
Pferdefleisch
Redaktion.Fleischerzeitung

Von PIA MOIK


Ebenso wie das European Meat Forum (EMF) war auch die Herbsttagung des Internationalen Metzgerverbands (IMV) gut besucht. Traditionellerweise findet diese am Tag nach dem EMF gleich in Brüssel statt. Interessenvertreter aus vielen europäischen Ländern nutzen diese Gelegenheit zum Austausch, auch um die Ereignisse im Fleischbereich auf europäischer Ebene Revue passieren zu lassen. Über weite Strecken im Mittelpunkt stand dabei der Pferdefleischskandal.

„Es hat in der EU keinen Streit darüber gegeben, wer den Pferdefleischskandal verursacht hat", meinte etwa Martin Fuchs, IMV-Generalsekretär und Geschäftsführer des Deutschen Fleischerverbands. „Es kann daher auch nicht sein, dass das Handwerk die Konsequenzen mitträgt. Wir werden darauf hinarbeiten, dass für unsere Betriebe keine Belastungen hinzukommen", beschrieb Fuchs die Ziele des IMV. Auch Kirsten Diessner, Generalsekretärin des IMV, blies ins selbe Horn. Über 5.000 Personen seien am Pferdefleischskandal beteiligt gewesen. „Die EU hat erkannt, dass das Handwerk mit diesem Skandal nichts zu tun hat. Man weiß, dass dies ein Problem des Lebensmittelhandels war", so Diessner. Dies spiele auch dem IMV Argumente in die Hände.
Im Zuge der Herbsttagung wurde auch eine neue Vizepräsidentin gewählt. Mit der Französin Jacqueline Balzer wird erstmals in der Geschichte des IMV eine Frau in diese Funktion gewählt. Die Metzgermeisterin aus dem französischen Straßburg folgt Jaques Kraft nach, der sich im 70. Lebensjahr zur Ruhe setzen möchte. Balzer bedankte sich für das Vertrauen, das ihr der IMV hiermit entgegenbringt, und hofft, „dass ich viele Gelegenheiten haben werde, dieses unter Beweis zu stellen".

Die Mutter dreier erwachsener Kinder stammt aus einer Metzgerfamilie. Ihre Lehre absolvierte sie im väterlichen Betrieb, wo sie auch ihren Ehemann kennenlernte. Trotz der Ressentiments ihres Vaters gegenüber einer Frau als Metzgermeisterin übernahm Balzer 1995 den Handwerks-betrieb ihrer Familie. Ihr Vater dürfte seine Vorbehalte mittlerweile abgelegt haben: „Seitdem hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt", erzählt Balzer. Seit 2001 ist sie im französischen Fleischerverband aktiv. Auch dort hat sie vor kurzem die Funktionen von Kraft übernommen.

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