EU-Schweinemarkt: Im Norden eher stabile Verhältnisse

Uneinheitlich wie selten zuvor präsentiert sich aktuell die Verkaufslage für Schlachtschweine in der EU. Während Länder wie Deutschland (+/-0,00), Holland, Belgien und Dänemark recht stabil in die neue Woche notieren, stehen die Mittelmeerländer wie Spanien (-2 Cent) und Frankreich (-5 Cent) weiter unter Druck. Selbst in Deutschland spricht man in den südlichen Regionen von mehr als ausreichender Marktversorgung, während im Norden ein ziemlich reibungsloser Warenabfluss überwiegt.

21.10.2015
Notierungen

In Österreich verzeichnet die Schweinebörse mit über 50.000 Stück im Angebot ein Allzeithoch. Zusätzlich zur bereits angesprochenen hitzebedingten Mastleistungsproblematik liegt der Fokus vieler Mäster nach getaner Feldarbeit wieder mehr im Stall, was das Anmeldeverhalten zusätzlich stimuliert haben dürfte. Andererseits beklagen Schlachtunternehmen das Geschäft am Fleischmarkt, welches speziell auf Ebene der Fleischindustrie von gegenseitigem Unterbieten geprägt ist. Vor diesem Hintergrund und der Vorausschau auf den fehlenden Schlachttag am Nationalfeiertag, musste der Abnehmerforderung nach einer neuerlichen Preisrücknahme um 3 Cent auf 1,40 Euro stattgeben werden.
Tendenz: Europaweit steigende Schlachtgewichte, in Österreich beispielsweise binnen drei Wochen von 94,5 kg auf 96 kg, sowie deutlich überdurchschnittlich hohe Schlachtzahlen mit 1.047.500 in Deutschland (+70.000 zur Vorwoche) zeigen die wesentlichen Parameter auf Angebotsseite auch in nächster Zeit einen reichlich versorgten Fleischmarkt an. Demnach wäre es also höchste Zeit, dass die in Brüssel inhaltlich vorbereitete Private Lagerhaltung gestartet wird, bevor auch im Norden und Nordwesten der EU die Preise ins Rutschen kommen.

Wir empfehlen folgende Artikel zum Weiterlesen

Mehr aus der Rubrik Fleisch & Co