EU-Schweinemarkt: Druckwelle aus Deutschland

Speziell im norddeutschen Raum liegt das Lebendangebot seit Monatsbeginn über der Nachfrage. Das Minus der vergangenen Woche lässt dort – noch stärker als anderswo – verunsicherte Mäster frühzeitig zum Anmeldetelefon greifen. Zudem läuft ein Insolvenzverfahren bei einem mittelgroßen Schlachtunternehmen (24.000 Stück pro Woche) was erfahrungsgemäß Irritationen mit sich bringt.

13.10.2016

Obwohl im süddeutschen Raum eher von ausgewogenen Verhältnissen berichtet wird, ergab das deutsche Preisbildungsmodell ein neuerliches Minus von 5 Cent. Damit können sich auch die übrigen EU-Länder einem weiteren Preisrückgang nicht entziehen, wenngleich dieser quer durch moderater als in Deutschland ausfällt.

In Österreich konnte trotz 8 % über Durchschnitt gelegenem Angebot in der abgelaufenen Woche der Markt gänzlich geräumt werden. Sowohl attraktive Frischfleischaktionen im LEH wie auch die Nachfrage aus der Fleischindustrie saugen das schlachtreife Angebot reibungslos ab. Vor dem Hintergrund eines wieder auf Normalniveau zurückpendelnden Angebotes konnte die Abnehmerseite an der Ö-Börse die Preisrücknahmeforderung nur zum Teil durchsetzen. Der Notierungspreis für Mastschweine liegt aktuell be 1,55 Euro (-0,03)

Gemessen an den verfügbaren Marktdaten müsste man eigentlich von einer raschen Stabilisierung des Gefüges ausgehen. Die jüngsten Preisermäßigungen sollten auch dazu beitragen, dass die Exportgeschäfte mit China, die zuletzt durch aggressive Angebote aus USA an Attraktivität eingebüßt haben, wieder stärker in Fluss kommen.

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