EU-Schlachtrindermarkt: Nachfrage nach Jungstieren begrenzt

In Österreich ist das Angebot in allen Kategorien rückläufig, EU erwartet einen steigenden Tierbestand für 2014

10.07.2013

Die Frischfleischnachfrage bei Rindern hat sich EU-weit aufgrund der sommerlichen Temperaturen reduziert. Daher ist die Nachfrage nach Jungstieren in den meisten EU-Ländern begrenzt. Die Preise sind stabil bis leicht rückläufig. Bei Schlachtkühen ist das Angebot in fast allen EU-Ländern knapp, die Nachfrage ist stabil, die Preise sind stabil bis leicht steigend.
 
In Österreich ist das Angebot in allen Kategorien rückläufig, die Nachfrage bei Jungstieren ist in der laufenden Woche ebenfalls rückläufig. Bei weiblichen Rindern herrscht weiterhin rege Nachfrage. Bei Schlachtkälbern ist die Nachfrage stabil, die Preise sind steigend. Bei Jungstieren und Kühen gab es bei Redaktionsschluss zu unveränderten Preisen noch keine Einigung.
 
EU-Rindfleischproduktion soll 2014 höher ausfallen
Der Rinderbestand der EU belief sich im Dezember 2012 auf rund 86,6 Mio. Stück und wies damit ein leichtes Plus von 0,5% gegenüber dem Vorjahr auf. Die Kuhherde der Union blieb stabil - nachdem sie in den drei Jahren davor rückläufig war und für ein kleineres Rindfleischangebot am Binnenmarkt gesorgt hatte. Heuer soll sich die Produktion von Rind- und Kalbfleisch bei rund 7,81 Mio. t stabilisieren und 2014 könnte es in der um Kroatien erweiterten EU-28 zu einem Anstieg um 0,7% auf 7,91 Mio. t kommen. Dies geht aus der jüngsten Marktprognose der EU-Kommission ( "Short Term Outlook ") hervor.

Das knappe Angebot dürfte bewirken, dass in diesem Jahr die Rindfleischimporte der EU - nach einem Rückgang 2011 und 2012 - wieder ansteigen und sich mit geschätzten 305.000 t dem Niveau des Jahres 2010 annähern. Vor allem südamerikanische Produzenten werden ihre Lieferungen in die EU deutlich ausdehnen. Im kommenden Jahr soll die Steigerung der EU-Rindfleischerzeugung dazu führen, dass die Importe wieder verringert werden können. Die Exporte werden zugunsten der Binnenmarktversorgung gesenkt - auf rund 180.000 t -, so die Prognose.

Die gestiegenen Rindfleischpreise werden 2013 voraussichtlich eine weitere Verringerung des Konsums zur Folge haben, das Minus dürfte allerdings deutlich niedriger als 2012 ausfallen. Sollte sich 2014 die wirtschaftliche Situation in den meisten EU-Ländern wieder verbessern, dann könnte dies - in Verbindung mit einem umfangreicheren Angebot - zu einer Stabilisierung des Pro-Kopf-Konsums bei 10,8 kg führen.
 
Die folgenden Preise verstehen sich je Kilogramm Hälftengewicht und für AMA-gütesiegeltaugliche Tiere und inklusive Mengenzuschlag für zehn Stück. Zuschläge für schwerere Schlachthälften bei Kühen bis zu 30 Cent sind nicht mitberechnet. Für Irrtümer und Druckfehler wird keinerlei Haftung übernommen. (Red/ AIZ/Rinderbörse)
 
Stiere  
Klasse E                              3,77 Euro
Klasse U                              3,70 Euro
Klasse R                              3,63 Euro
 
Ochsen
Klasse E                              3,77 Euro
Klasse U                              3,70 Euro
Klasse R                              3,63 Euro
 
Kälber (90-110 kg Schlachtgewicht)
Klasse E                              5,70 Euro
Klasse U                              5,30 Euro
Klasse R                              5,30 Euro
 
Kalbinnen
Klasse E                              3,63 Euro
Klasse U                              3,56 Euro
Klasse R                              3,49 Euro
 
Kühe
Klasse E                              2,98 Euro
Klasse U                              2,91 Euro
Klasse R                              2,84 Euro

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