© Braune, Hütthaler

Ende Jänner eröffnete Hütthaler Österreichs ersten gläsernen Schlachthof nach Tierwohl-Grund­sätzen.

Der gläserne Schlachthof von Hütthaler

Schon seit Jahren ist Tierwohl einer der Grundsätze bei Hütthaler – und ist jetzt um ein Parade­­projekt reicher. Am 31. Jänner wurde Österreichs erster gläserner, nach Tierwohl-Grundsätzen ausgerichteter Schlachthof präsentiert. Rund 400 Gäste folgten der Einladung von Hütthaler zur Eröffnungsfeier, unter ihnen hochrangige Vertreter von Politik, Wirtschaft und Kammer. Rund 14 Mio. Euro investierte der Familienbetrieb in dieses Projekt in Redlham, unweit von Schwanenstadt. Zusätzlich wurde ein Werksverkauf in modernem Design gebaut.

07.02.2019
Tanja Braune
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Durchdachtes Konzept

Die Oberösterreicher leisteten Pionierarbeit. „Wir haben nichts von der Stange genommen“, erzählt Florian Hütthaler. Mit Tierarzt Dominik Eckl informierte er sich im Vorfeld bei ähnlichen Projekten und Studien in aller Welt – das gesammelte Know-how wurde akribisch ausgearbeitet und im „Gläsernen Schlachthof“ umgesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Wartestall ist – erstmals in Österreich – aus Holz und besteht aus barrierefreien und individuell anpassungsfähigen Buchten. Die Materialien und die großzügige Raumhöhe sorgen für optimales Raumklima. Florian Hütthaler: „Tiere gehen nicht gerne um Ecken, daher ist der Schlacht­hof so konzipiert, dass es nur Biegungen gibt. Außerdem wurden die Wege mit 2,5 % Steigung gebaut, so gehen die Tiere intuitiv und müssen nicht getrieben werden.“

„Wir wollen die Tiere nicht treiben, sie sollen ganz intuitiv ihren Weg finden.“ 

Florian Hütthaler,  Geschäftsführer

Der ganze Wartestall wird mit Musik beschallt, die – von Eckl in England entdeckt – Rinder besonders entspannen lassen soll. Bei Sommerhitze kann mit einem speziellen Sprühnebel die Raumtemperatur schnell abgekühlt werden. Zusätzlich ermöglichen es die reduzierte Schlachtgeschwindigkeit und die optimalen Arbeitsbedingungen, sich mehr Zeit für das einzelne Tier zu nehmen und so einen würdevollen Umgang zu garantieren. „Wir möchten uns für jedes Tier genug Zeit nehmen können,“ untermauert Hütthaler seine Vorreiterrolle im In- und Ausland.

Im Außenbereich gibt es Beschattungen und Waschstationen für die LKWs. Und auch die Produktion im „weißen Bereich“ spielt alle „Stückln“ und bietet alles, was im Moment „State of the Art“ in diesem Bereich ist. „Ja, wir betreiben einen hohen Aufwand“, gibt Hütthaler am Ende der Führung zu, „doch wir glauben an das Thema und denken, dass Tierwohl künftig eine immer größere Rolle spielen soll und wird.“ Wie recht er damit hat, zeigen bereits die zahlreichen Anfragen aus Nachbarländern.

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